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RomANTik, VorSehung & anderer Scheiß

Daia's Kreidebild entstand nach einer Zeichnung von … https://myspace.com/bernesga
Daia's Kreidebild entstand nach einer Zeichnung von … https://myspace.com/bernesga

Blog N°22

 

ROMANTIK, VORSEHUNG & ANDERER SCHEISS

 

 

 

 

2006. Daiana, gerade neunzehn Jahre jung, im absoluten Hoch ihrer Lesbenphase und hardcoremäßig davon überzeugt, wahre Liebe kann es nur unter Mädchen geben und Kerle hätten von Hause aus überhaupt gar keine Gefühle. So weit so gut.

Doch dessen Ungeachtet, denn auch Jahre später wird sie ihre Tat niemals erklären können, setzte sie sich dennoch eines schönen Tages an einen Tisch und begann das Portrait eines schreiend potenten Mackers nachzustellen - in Kohle und auf Din A-3.

Da es auch noch wirklich ganz besonders hübsch wurde, landete dieses merkwürdig männliche Ding nicht in der Versenke, sondern zierte ab da an fortwährend und recht dekorativ die Küchenwand jener Lesbos-Amazonen. Der Künstlerin selbst und ihrer nicht kirchlich Angetrauten besseren Hälfte. Das Weibe und ihr Weibchen.

Die „Ehe“ ging in die Brüche, aber das Bild hielt. Und blieb. Nach wie vor hing es in der Küche und wurde großzügig gerahmt von den auf die Wand gemalten verlängerten Schallwellen, was extrem auffällig, großflächig und einfach nur sehr, sehr geil kam, bis ich es dann erstmals 2012 auch zu Gesichte bekam, es sofort ebenfalls Endgeil fand, aber mir ansonsten absolut keine Waffel dazu machte. Und Daiana hat bis heute nicht die kleinste Spur einer Idee, warum sie damals keine scharfe Schnecke, sondern eben diesen krassen halbnackten Typ gezeichnet hatte.

 

Parallel entwickelte sich meine Tätowiererei ganz prächtig und im Frühjahr 2012 war endlich meine linke Halsseite dran. Nach getaner Arbeit, stellte ich mich, wie stets, vor den schwarzen Vorhang, versuchte ein unbeteiligtes Gesicht zu machen und „Palma“, damals noch bei KreuzStich in der Adalbertstraße/Kreuzberg SO-36 tätig, machte das Standbild zu ihrer Arbeit, und zwar eigentlich nur zur persönlichen Verwendung in den Unterlagen, doch irgendetwas musste damals jene leckere und sehr angenehm verrückte Dame, named Palma, gestochen haben, denn Abends konnte ich mich auf Facebook bewundern, weil sie es eigenmächtig hochgeladen hatte. Glücklicherweise, denn im Grunde weiß ich bis heute nicht, ob sie es „nur“ wegen dem Stolz über ihre Arbeit tat, oder weil ich darauf ein so verdammt ansehnliches Exemplar darstellte, dass es einfach nicht der Welt vorenthalten bleiben durfte.

Anyway, denn recht schnell wurde dieses launige Pic geradezu zu einer Art Signum, einem hervorragend gut passendem Symbol zur Kunstfigur A.W.Bergmann ... !!

 

So passierte eines noch schöneren Tages im allerherrlichsten Sommer Berlins, dass ich erstens, schon lange Bock darauf hatte endlich mal bei einer der Buden aus der Fernsehwerbung ein Poster zu bestellen, und zweitens, weil mein Baby irgendwann dann auch unbedingt ein fettes Foto von mir wollte, woraus letztlich dieses irrsinnig große Din A-2 Machwerk entstand, was allerdings durch ihren anstehenden Umzug nicht mehr zur Aufhängung kam und daher weiterhin in seinem Papprollengefängnis verblieb. Zunächst.

Ende Sommer/Anfang Herbst 2012 konnte ich dann beim Umzug im letzten Moment noch erfolgreich vereiteln, dass diese Irre tatsächlich ihre coole Kreidearbeit im Hausmüll entsorgt. Die Presspapperückwand eines verwundeten zurückgelassenen Kommode-Soldaten bot mir dabei größte Dienste, indem ich sie abriss und mit dem Kreidekrieger dazwischen zu einem Sandwich verklappte. Derart gesichert überlebte es artig bis ins Frühjahr `15 hinein. Bis wir in unsere erste gemeinsame Wohnung zogen.

 

Doch zuerst noch ein klitzekleiner Sprung ein Jahr zurück. Auf Anfang 2014. Mein Baby bewarb sich gerade an drei Schauspielschulen, und in den ganzen Unterlagen war unter anderem gefordert, ein entsprechendes Passbild beizufügen. Was? Nur Eins?! Geht ja gar nicht, dachte ich noch, und wir ersannen den Vierertrick – ein normales Passbild zwar, jedoch mit einem gevierteltem Foto aus vier different Pictures. So kam es dazu, als ich den Foto-mach-mann dafür spielte, dass ich von meinem Schatz unter anderem auch das Schreibild knipste. Also wurde bis dahin schon mal, während dreier parallel und völlig unabhängig zueinander verlaufender Ereignisstränge, jenes Konglomerat einzigartiger, aber stilistisch perfekt zueinander passender Bilder komponiert, nur was wir da noch nicht erkannten. Doch dazu jetzt.

 

Somit zu Beginn des Jahres 2015 enterten wir unsere neue prominente Bude, wo Daiana im Karton-auspack-Chaos auf den Papprollenknast und das Kommodenrückwand-sandwich stieß und direkt ganz frech deren Inhalte mit Magneten innen auf unsere neue Wohnungstür knallte. Din A-3 und Din A-2 sind dabei schon echt fett und so überhaut nicht zu übersehen.

Das war die Geburt unserer Erkenntnis, dass ja dieser neun Jahre zuvor auf unerklärliche Weise ANTstandene Kreideknecht irgendwie ja wirklich echt beinahe so aussah, wie von meinem Tattoo-Akten-Schnappschuss abgekupfert. Kreidisch Neidisch, könnte man da wohl sagen. Was für uns, nach einer Weile des an der Tür hängens, voll krass war, als wir von vielen Leuten Sachen hörten wie, na klar, das habe ich direkt gedacht, und ähnliche Kommentare.

Nur nicht meine Mam’, die nämlich zusätzlich noch ergänzend befürchtete, dass meine optisch übergroße und ständig prominente Gegenwart sich negativ auf meines Baby’s Entfaltung auswirken könne, woraufhin wir direkt als eine Art Maßnahme gegen solcherlei Zweifler, die Ausdehnung zum Dreiergestirn erdachten und beschlossen. Schnell war auch entschieden welches Foto der Chefin fortan über die zwei mysteriösen Großameisen wachen sollte. Nämlich Daia’s Schreibild – auf Din A-1 ... !!

 

Wer nun aufgepasst hat wird sicher schon selbst gemurmelt haben: (Din A-) ... 3, 2, 1, das Größte ist Meins, oder irgendeine andere eBay Slogan Variante.

 

Das ist also  die phantastische Geschichte zu drei komplett unabhängig entstandenen Motiven, die aber zusammen betrachtet, meiner und unserer Meinung nach, nur eines bedeuten können (ganz genau) - „Schicksal, du verfickter Scheiß, von deiner ganzen verdammten Romantik und deiner übelsten Tiefsinnigkeit total erschlagen, voll in die Fresse ... und so etwas von offensichtlicher Offenbarung und Vorsehung, dass es schon fast wehtut ... !!“ Ist das noch zu fassen – ich finde irgendwie nur schwer. Aber diese „Unfassbarkeit“ war mir daher auch einen Blog-Eintrag wert.

 

Den ewig Ätzenden zum Anstoße, werdet ganz Grün vor Neid, ihr Einscheißer – doch allen Anderen hoffentlich zur Hoffnung - denn wenn mir das wiederfahren konnte, kann es wirklich jedem passieren ...

 

 

©16.03.2016 by Ameise

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Kommentare: 1
  • #1

    Mia (Mittwoch, 18 Mai 2016 02:05)

    Ich will unbedingt irgendwann auch genau so etwas haben, riesengroße geile Bilder an der Wand und einen Schatzi an der Hand. Komplett außer Rand & Band Eure supersüße nette Geschichte. Extrem beneidenswert. Danke.
    Gruß Mia:)