Ameise

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Die ANTi-Brille

Blog - N°21

Keine Frage, für diesen Blog kam nur eine knappe und prägnante Überschrift in Frage:

 

„VOLLHIRSCH WURDE IM SUPERMARKT ERWISCHT ...

BEIM PEINLICHEN VERSUCH MIT EINER SCHWARZEN SONNENBRILLE

UNTER NEONRÖHREN KLEINGEDRUCKTES AUF ETIKETTEN ZU ENTZIFFERN“

 

oder:  „Wie ein gesiebtes Sonnenbrillen-Echtfake-Imitat mein Leben erhellte!“ und

„Mein Kampf  -  gegen Hitler, Altersweitsichtigkeit und dem ganzen anderem Scheiß!“

 

Starring...............Die ANT-i-Brille  (!?!) 

 

Angefangen hatte alles damit, wie wohl bei vielen anderen auch, dass wir eines Tages im aktuellen PEARL-Katalog nach lustigen Gadgets Ausschau hielten. Was zwar letzten Endes oft an übertrieben happigen Preisen scheitert, doch einfach mal den gesamten Krempel auf einem Haufen zu sehen, finde ich manchmal eben schon etwas schön.

Bei einer solchen Gelegenheiten, fiel mir auch eine gar recht seltsam anmutende Sonnenbrille auf, die so weder Sonne noch Brille schien, da sie keine herkömmlichen Gläser besaß, sondern stattdessen schwarzen Kunststoff eingesetzt hatte, über und über von kleinsten Löchern überzogen, ein Lochgitter zum durchschauen, jedoch mit dem unglaublichen Versprechen beworben, dass ich hin und her gerissen ward zu glauben, dies seltsame Ding könne vielleicht tatsächlich zu einer Verbesserung der Sehkraft führen. Was mich aus gegebenem Anlass von verfickter „Altersweitsichtigkeit“ sofort Neugierig genug machte, die Anzeige soweit zu Ende zu lesen, bis der Apotheken-Preis von einem Pfund (20€) kam, was mein Interesse direkt etwas zurückstellte.

Trotzdem war im Kleingedruckten ernsthaft solch Zeug zu lesen wie, dass das komische Teil nur durch rein mechanische Wirkung wirke, durch Einfluss auf den Sehnerv, quasi wie Bodybuilding für die Augenmuskeln. Und es wohl generell ähnlich wie die Blende einer Kamera funktioniere, indem durch die kleinen Löcher der vermurkste Muskel gezwungen wird - jenen für die verschlechterte Sicht verantwortlichen Mistkerl - durch entgegenwirken zur Fehlstellung, wieder in eine gesunde ursprüngliche Ausgangslage zu trainieren. Förderhin wurden natürlich auch verschiedenste Lektüren angepriesen, welche durch vorgegebene Übungen dafür sorgen sollen, den Sonnenbrillen den wirklich großen Zauber zu entlocken. Da zum Glück aber die Anleitungen deutlich teurer waren, als die Plastik-Brillen-Attrappen selbst, konnte ich richtig gut darauf verzichten. Allerdings klang der ganze Scheiß doch wirklich im Grunde schon wieder viel zu Vielversprechend gut, um wirklich Wahr sein zu können, und davon ganz abgesehen, kackte ich mich auch voll ein, 20€ auf Verdacht einzusetzen.

So vergingen die Wochen oder womöglich Monate, bis mir eines Tages, inmitten wildestem Amazon-Zappings, ein bauartgleiches Gerät in die Augenwinkel schlug. Ein Modul, welches dem gleichen Zwecke dienen sollte, wie der vormals bei Pearl entdeckte Sonnenbrillenblender. Optisch auch die gleiche schwarze Plastikkacke, selbiges Werbeversprechen, aber zum deutlich überlegeneren Preis von sage und schreibe lumpigen 2,78€+3,00€ Porto- und Versandgebühr.

Wodurch ja nun der Einleitung eines Testkaufes absolut nichts mehr im Wege stand.

Nur wusste ich da logischerweise noch nichts über tatsächliche Auswirkungen dieser lustigen Geräte, denn jene wie eine Sonnenbrille aussehende Wunderwaffe, von der ich eigentlich glaubte, man bräuchte sich doch einfach nur eine selbstgelochte Pappwand in die Fresse zu klatschen, um Heilung zu erfahren, doch selbst so als unauffällige Brille getarnt, erntet öffentlicher Gebrauch auch schon mal etwas öffentliche Aufmerksamkeit. Anyway ... gesagt, beschlossen und getan ... der Scheiß war bestellt und wurde irgendwann Ende Februar letzten Jahres geliefert.

Ein Kumpel und ich saßen gerade in der alten Einzimmerwohnung, waren lustig am Kiffen, nebenher ein Briefpäckchen in Empfang nehmend, flugs ausgepackt, die Brille von beiden Begutachtet und als pottenhässlich klassifiziert, wollte ich dennoch so Stoned nicht direkt aufgeben und schob mir zunächst das Accessoire lässig auf den Kopf, zur haarreifmäßigen Bändigung meines äußerst stark verwilderten Goldlöckchensalates.

 

Irgendwann kam wahrscheinlich noch eine weitere Pfeife daher, ob nun als Haschrauchgerät oder in Form eines x-beliebigen Nachbars, weiß ich leider nicht mehr genau, doch dass wir später gegenüber in der neuen Wohnung landeten ist unumstößlich, genau wie irgendwann der Abgang meines Kumpels. So blieb ich alleine zurück und renovierte weiter. Die Lichtverhältnisse waren dabei durchweg von elektrischer Natur, wodurch die Beleuchtung für meine altersleidenden Augen, wie meist nicht gerade optimal war, als mein Handapfel auch noch lautstark den Empfang einer elektronischen Botschaft verkündete, die zudem wohl von höchster Wichtigkeit zu sein schien, was mich zusätzlich noch mehr ärgerte, da ich Vollhirsch natürlich wieder keine verfickte Lesebrille am Mann hatte, wozu ich nun wiederrum in die alte Wohnung hätte rüber gemusst ... oder(?) ... ODER(!!) ... das Faultier in mir erinnerte sich nämlich plötzlich an die Sechs-Euro-Maschine auf meinem Kopf, die in den letzten Stunden ja lediglich einen modischen Aspekt erfüllte, wenn überhaupt - aber so zog ich mir mit abgefuckter Kaltschnäuzigkeit das Erbe über die schwer gestörten Augen, die außer wildem nebulösen Buchstabenbrei gar nichts mehr zu erkennen vermochten, ganzheitlich und ohne jegliche Konturen ... ein pures reines Wischi-Waschi eben ... !! Aber dann ...

 

ABER DANN ...

 

... kaum über meine vergurkten Augen gestreift, war ich absolut überraschend und auf eine wirklich ganz besonders zauberhafte Art und Weise, dem glasklarsten Blick seit viel zu langer Zeit unterworfen ...  beim Betrachten der wunderschönen, ganz besonders scharf und exakt konturierten Buchstaben im Standard Whatsapp-Chat, wo mir bestimmt eine kleine verdammte Träne verlorengeglaubten Glückes über meine glücklicherweise doch nicht tätowierte Knastträne meiner extramarkanten linken Wange lief. Aber Scheiße. Das konnte doch nicht wirklich wahr sein. Oder doch. Ich meine, wir hatten schon gut einen weggezogen - oder – doch verfickte Scheiße noch mal, aber ...

 

ICH KONNTE WIEDER SEHEN ... !!

 

Oh man, war das ein geiles Gefühl, obwohl irgendwie dieses komische durch kleinste Löcher geschmule, sich recht schnell als etwas nervig erwies. Denn bei längeren Wörtern musstemansomerkwürdig, nur durch ein Loch fixierend, dem Schlingel quasi hinterher glotzen. Was mit gefühlten Verrenkungen einherkam, bei denen ich mir gut vorstellen konnte, wie das mit dem Augenmuskel verbiegen gemeint war. Tatsächlich aber, neben aller ehrlichen Begeisterung, landete das Gerät fast flugs auf dem Scheißhaus, wo es fortan mit der ehrenvollen Aufgabe als KNL (Kreuzworträtsel-Not-Lesebrille) ein echt bescheidenes und despektierliches Dasein fristete. Denn durch den Porzellan-Pott alleine widerfuhr ihr kaum die angemessene Aufmerksamkeit oder eben schon gar nicht der nötige Respekt. So verbrachte sie einige Monde in harsch konkurrierender Fehde. Brillenlöcher gegen Polöcher. Der Frühling kam, die Pflanzen wurden durch übertrieben schmückenden Wuchs zu Vollschwuchteln und ich boykottierte einfach alles und ganz besonders entwickelte ich mit rasant steigender Tendenz eine innerlich gärende Aversion gegen sämtliche Lesehilfen. Seit Spring-Break hatte ich zudem einen klaren Lesebrillenzerstörungslauf. Bestimmt irgendetwas universelles sorgte dann bis zum Sommer, und in beängstigender Regelmäßigkeit, für Bügelbruch und Augenglasausfall beinahe sämtlicher Nasenfahrräder. Egal, ob gefunden, von jemand anderem verloren, von noch einem ganz anderen gefunden und mir gegeben, über klassisch im Selbsteinkauf erworbene Standard-Supermarkt-Lesehilfen, bis hin zu „der“ Lesebrille, einer richtig Teuren, wahrscheinlich auch aus echtem Swarovski-Quarzkristall-Westerlandsand gegossen, zu einem extra für mich angefertigtem Optiker-Kleinod. Total „fachmännisch“ angepasst bei Fielmann. Auf meine dort ermittelten Werte. Rechts von lächerlichen rund 4,3 und um die 2,7 für links. Abgesehen davon, dass ich dem Optiker nicht mehr sagen konnte, als Altersweitsichtigkeit seit Mitte Vierzig und dass ich auch im Allgemeinen keinerlei Ahnung von Brillen hätte. Was zur Folge hatte, dass jenes von mir als „Lesebrille“ ausgesuchte, modisch orientierte schwarze Brillengestell, in fast rund und mit echt fettem Rahmen, sich sehr schnell als völlig ungeeignet erwies. Ich meine diese Sorte von Brillengestellen per se. Denn in der Praxis würde ich nämlich diese Brille überwiegend am Rechner brauchen. Jedoch stellten sich die klasse aussehenden fetten schwarzen Ränder des Gestelles als ganz üble Balken heraus, die einem ständig besonders störend dann im Blickfeld waren, wenn man während des Tippens, diesen handbreit „hoch“ zum Monitor gucken muss. An einem 11“ Laptop. Und weil Tippen zwangsläufig die häufigste Bewegung ist,  war eben genau diese Art von Brille - als Lesebrille - ziemlich ungeeignet, besser wäre eine mit feinem Drahtgestell oder gleich eine „Rahmenlose“ gewesen, mit denen bekam ich den Blick von Tastatur zu Monitor immer mit einer Augenbewegung hin, jetzt aber musste ich jedes Mal den ganzen Kopf ein kleines Stückchen anheben, was schon im Ansatz extrem lästig war. Ich meine aber, genau solchen Scheiß erwarte ich doch eigentlich letztlich von „Fachverkäufern“, oder(?), dass die einen eben genau über Vor- und Nachteile der Werkzeugwahl aufklären, oder wie hier der Gestell Auswahl, jedenfalls ist Fielmann in dieser Angelegenheit absolut durchgefallen bei mir, außerdem drängt sich doch auch direkt der Verdacht auf, von einer dieser „Fensterglas“ Huscheln bedient worden zu sein, die zwar wegen ihrer Tarn-Brille kompetent wirken, wie von der Firmenleitung gewünscht, doch in Wahrheit eben bloß über bloße Theorie verfügen, abgesehen davon hatte die neue Brille, die ja nach den Fielmann Werten hergestellt wurde, wie eine verdammte Lupe gewirkt - doch genug davon, denn auch diese Brille hat inzwischen zumindest einen Bügel abgebrochen oder dergleichen. Wahnsinn, wie in so kurzer Zeit so ein Arsch voll lästiger Dinger einfach perdü gingen. Zum Gesamtdrama gesellte sich aber auch jegliche weitere scheiß Praxis. Denn seit unserem Umzug, vor einem Jahr, und seit ich wieder mit Werkzeug und Hobelbank dahin werkele, sind mir schon so oft beim Hoch- oder Runtergucken die Kackbrillen einfach weggeflogen, wobei sogar einige klassisch verstarben, durch Glas weg, Bügel ab oder spontaner Selbstentzündung. Jedoch so Nett das alles auch gewesen sei, irgendwann reichte es jedem, und mir erst recht. Ich war inzwischen derart angepisst von dem ganzen Brillborium und -tamtam, dass ich in fast logischer Folge dessen, lieber einen brillenlosen Sommer in nebligen Schattenwelten zubrachte, und zwar genau so lange, tja, bis ich mich wieder der hier geschilderten Anschaffung entsann. Jener gelochten und mechanischen Wunderwaffe.

 

Dem Lochinator ...

 

DER UNGLAUBLICHEN ANT- i –BRILLE ... !!

 

Ich fand sie auf Anhieb bei den Kreuzworträtseln wieder, nahe dem Keramiktöpfchen. Aber kein Respekt oder etwa Ungeliebt? Pah! Weit gefehlt! Zumindest inzwischen. Denn mittlerweile liebe und verehre ich dieses kleine Stückchen Plaste und Elaste, welches mir mit so wenig, so viel gibt.

Doch solcherlei tiefgründige Erkenntnis sollte sich erst noch einstellen, als ich schon mitten in der Rebellion steckte.

Vorher möchte ich euch jedoch gerne noch von meiner ursprünglichen Überlegung erzählen, meines Plan B, zur zumindest optischen Wiedererlangung der Sehfähigkeit.

Mein kleiner Bruder hatte sich nämlich einmal in der Antike die Augen Lasern lassen. Und das wollte ich auch. Schon lange. Nur hieß es vor wenigen Jahren stets ganz lapidar, dass die Technik noch nicht so weit wäre. Allerdings hat sich das vor zwei oder drei Jahren geändert, und dass die Altersleidenden nun endlich ebenso unters Laserskalpell könnten. Sobald ich den ersten annehmbaren Preis vernahm, wandte ich mich umgehend an meines Bruders Laserbude, der Augenklinik Wittenbergplatz und bat dort um einen Kostenvoranschlag. Der Termin kam schnell und schon nach wenigen Minuten des Wartens wurde ich in einem Separee Maß genommen. Gar seltsam anmutende Gerätschaften machten komische Sachen mit mir und nach nochmaligen Minuten des Wartens, wurde ich der amtlich leckeren Frau Oberdoktor vorgestellt. Mein Anliegen, welches meiner bescheidenen Meinung nach kein allzu großes Ding hätte sein sollen, bestand aus dem Wunsch nach Laserung der gestörten Leseaugen, damit auch endlich meiner ausgeprägten Eitelkeit Gerechtigkeit wiederführe, und ich nicht mehr als Brillenschlange auf die Bühne müsse, doch so einfach ging das dann doch nicht. Kacke.

Jedoch zunächst schien die junge studierte Dame mich schon mal überhaupt und ganz und gar nicht zu verstehen, was ich nun wiederum nur schwer begriff, bis sich bald zeigte, wir redeten von verschiedenen Anliegen. Denn die gerade absolvierte Maßnahme des Maßnehmens legte bei ihr, scheinbar in erster Linie, die Vermutung nahe, dass ich zumindest von den Werten her, theoretisch, beinahe oder nahezu Halbblind gewesen sein müsste. Was ich allerdings weder zuvor oder danach jemals bemerkt habe, bis heute, doch das konnte die Frau Studienrat der optischen Offenbarung ja nicht ahnen. Daher nahm die wohlgeformte Doktorfrau auch an, der verwirrte Mann ihr gegenüber, meine sicherlich seine „Kurzsichtigkeit“, wenn er von Altersweitsicht rede - aber nein, doch, ja, ich hatte es schon vor längerem geschnallt, dass Weitsichtig das Gegenteil von dem bedeutet, wonach es klingt, nämlich Probleme in der Kurzsicht beim Lesen zu haben. Da es aber für die Ärztin unvorstellbar schien, ich könne nicht meine diagnostizierten Kurzsichtigkeitswerte von etwas über 2 Dioptrien pro Auge meinen, ließ sie mich sofort resolut von ihrem Fenster aus, verschiedenste Sachen beschreiben, Vorlesen und die Uhrzeit der U-Bahnhof-Uhr aufsagen.

Tatsächlich leicht und kurz verstört darüber, dass ich wohl wahrhaftig keine Probleme zu haben schien, war sie inzwischen immerhin deutlich offener, auch mir mal richtig zuzuhören. Kurz und gut, würde man es so machen, wie ich dachte, hätte ich diesen Lupeneffekt, andauernd, was ich durch die teure Fiessmannbrille noch sehr genau kannte. Wodurch das Verfahren so nicht in Frage kam. Zudem könne auch nur einmal gelasert werden und die Augen würden eh nach zehn Jahren wieder anfangen sich zu verschlechtern. Voll Blöd. Aber da es mir ja Erstlings darum ginge, beim Tingeln ohne beschissene Brille auf die Bühne zu können, fragte ich nach Laserung nur eines Auges. Ein Gedanke, eine Idee, die sie recht faszinierend und interessant fand. Eine Option, auf die sie bis dato selbst überhaupt noch nicht gekommen war und daher ganz begierig auf den Ausgang folgenden Experimentes war. Ich sollte mir also beim Optiker entsprechende Kontaktlinsen für das erwählte Auge holen und mal sehen, was es zu Sehen gab. Die Kontaktlinsen sollten dabei selbstverständlich als Ersatzstoff für das Ergebnis einer Laserung stehen. Nun gut, aber um es kurz zu machen, bin ich noch nicht dazu gekommen zu Fielmann zu gehen.

Doch da mir ja einige Brillen zerbrachen, hatte ich auch genug einzelne Gläser, die ich zum Antesten monokelmäßig vor mein rechtes Auge klemmen konnte. Zur Erinnerung, meine Werte lagen Rechts bei ca. 4,3 und Links an die 2,7 Dioptrien, jenen plus oder minus Dioptrien, die für beschissenes Lesen zuständig sind. Habe keine Ahnung. Doch dafür fand ich Bestätigung, dass meine Idee machbar sein könnte, im simpel großartigen Monokeltest, indem ich mir Gläser mit Werten um die 2,0 - 2,5 ins Auge packte. Dem ganz schlechten Auge. Meinem Rechten. Doch mit eingeklemmtem Lesebrillenglas konnte ich dann tatsächlich problemlos im Zimmer umher springen, keine Lupe oder irgendein anderes räumlich relevantes Störgedöns!

Ich wollte mir darum auch schon seit Monaten endlich doch mal die Kontaktlinsen machen lassen, am besten in abgestuften Werten, für das rechte 4,3er Auge, vielleicht von 1,5 - 3,0 Dioptrien. Naja, wie auch immer. Ein schöner Plan mehr in der Schublade, denn ganz plötzlich platze, wie ein echt pubertärer Furz, der völlig peinliche Rebell aus mir heraus. Peinlich daher, weil dem seine Forderungen irgendwie einfach total kindisch klangen:

 

„Ab heute Scheiße ich schlechterdings auf sämtliche optischen Lesehilfen und mache mich ganz einfach selbst wieder ganz.“

 

Eine wahrlich prominente Ansage, meinen Sie? Stimmt! Ich nahm diesmal die Schnauze wirklich extrem voll, alles was recht ist. Doch darunter geht es nun mal einfach nicht, wenn man auf diese Tour zu etwas kommen will. Ich fürchtete mich zwar beinahe selbst vor mir und meiner großspurigen Vermeldung, auch wenn es zunächst nur im stillen Kämmerlein stattfand. Doch festen Glaubens an mich, meinen Heile-Körper und dem ganzen kosmischen uniperversums Scheiß, beschloss ich, genauso wird es gemacht.

Wodurch die wundersame Zauberbrille schlagartig ständiger Aufmerksamkeit unterlag. Wahrscheinlich irgendwann inmitten des fetten Altweiber-Sommers von Berlin, begann ich keinen Schritt mehr ohne Sie zu tun. Als Accessoire getarnt, trug ich die ANTi-Brille nun stets keck hochgeschoben, über Stirn oder Dogarbeiter-Käppi. Mode sei Dank. Somit fällt man auch nicht sofort wie ein Behinderter mit Behinderten-Gerät auf.

 

So fing es also an.

 

Man stelle sich vor, am Morgen erledige ich Handyzeugs, spiele mein Simpsons-Spiel, schmökere in Werbeprospekten oder mache ein Kreuzworträtsel. Eine kleine halbe Stunde nur am Morgen, und du hast den ganzen Tag etwas davon - bis man sich dabei erwischt oder die Family einen darauf anspricht, hast du etwa eben den Beipackzettel vorgelesen? Ja, verdammt, habe ich (...)!! Inzwischen auch wieder Speisekarten und was mir die letzten Jahre sonst noch versagt blieb, scheiße, ich sage nur die verfickten U-Bahnpläne etc.! Was eigentlich recht schnell ging, bis sich definitive und deutliche Verbesserungen einstellten. Aber wenn ich gerade mal so zurückblicke, muss ich sagen, dass ich mittlerweile selbst die ANTi-Brille im Alltag kaum noch zu Hilfe ziehen muss.

 

Doch mein erstes echtes Hammererlebnis mit ihr hatte ich eines Morgens, nach etwa drei Wochen, als ich sie nach dem Aufsetzen auch direkt wieder abnahm, weil ich ohne besser sehen konnte, als mit...!! Allerdings ist insgesamt der Gebrauch so wie so ganz stark von der allgemeinen Tagesform abhängig. Training ist halt immer davon abhängig. Und diese unleidliche Guckerei durch winzige Löchlein, wird ebenso zusehends besser, irgendwann beginnt man quasi durch alle zusammen zu gucken. Aber vielleicht bin ich ja auch einfach mehr prädestiniert dafür, als andere, allein durch meine langjährige und internationale Tätigkeit als gefragter Nebenlochkundler (siehe HP*/Die Arschologie).

Aber mein wahrhaft absolutes Glanzstück an Hammererlebnis hatte ich wohl in Wien. Scheiße. War das Geil. Als ich mitten auf der Bühne, inmitten der zweiten Geschichte feststellen musste, ach, ich hatte ja meine Brillennummer am Anfang gar nicht gebracht, was also ergo bedeuten musste, ich las gerade in diesem Moment tatsächlich Indoor und komplett ohne ein verhasstes Nasenfahrrad. Ich hätte kreischen können vor Glück. Leider hatten wir aber keine Zeit, sonst hätte ich es sehr gerne getan und voll wild abgefeiert.

Klar, wa ... !!

 

 

Tja, und nun liebe Leute, die Lektion für Heute, die Industrie sich noch nie scheute, auch der Optiker macht fette Beute, und die einzigen die’s reute, auch wenn's klingt wie’s Wiedergekäute, seid ihr, sind wir, sind die dummen Leute ... !!

 

 

 PS.   Doch wenn ich nächstens Mutig genug bin, und mich tagesformstark wie ein Löwe fühle, ficke ich Fielmann, indem ich dort einen neuerlich aktuellen Sehtest absolviere und jetzt schon sehr gespannt bin, ob die Werte mein subjektives Gesamtempfinden bestätigen werden – Na denn, in Kürze hier...:

 

 

©15.02.2016 by Ameise

 

*(HomePage – www.A-W-BERGMANN.com)

 2908 Worte/6 Seiten

 

 

  

 

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EUR 2,78

 

Alle Preisangaben inkl. MwSt.

   Entwickelt, um Sehvermögen zu verbessern

   Ideal bei Augenfokussierungsproblemen

   Geeignet für Kinder und Erwachsene

   Wear for 15 minutes per day can help improve vision within 2-4 weeks

 

Produktbeschreibungen

Diese Rasterbrille sind geeignet für Erwachsene oder Kinder mit Sehschwierigkeiten, wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus. Beim Schauen durch die Löcher passen die Augen ihre Fokussierung an, so dass sich die Augen sich vom gewohnten Fokus entspannen können. 
-Entwickelt, um Sehvermögen zu verbessern