Ameise

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ÜBER WIEN, HELDEN & UNGLAUBLICHES

BLOG N°20

 

 

Abschlussbericht über:

 

WIEN, MICHL DEN HELDEN & UNGEHEUERLICHES

 

Am Anfang stand unser Entsetzen über die Logistik, die gerade dabei war uns ganz übel zu ficken, natürlich von hinten und trocken über den Stuhl. Ratlosigkeit und hoffnungsvolle Gebete allenthalben erfüllten die Luft und ich hatte einen strammen Zeitplan,, keinerlei Zeit für irgendwelche Faxen oder dergleichen. Eigentlich. Denn bis ich dort in Wien am Samstag Mittag aufschlug und in Persona dastand, erhielt ich im kaum mehr als die Informationen über wann und wo, meine organisatorischen Fragen im Vorfeld blieben unbeantwortet und auch sonst war ich einem auswärtigen Veranstalter noch nie so am Arsch vorbei gegangen. Was ich einfach darauf schob, als Selbstständiger wohl immer professioneller zu werden. Jedoch als ich dann Lukas morgens um Vier alleine habe tanzen sehen, wusste ich, der ist eben so, ein liebenswerter und völlig verschrobener Einzelgängertypie, der wahrscheinlich selber stets heilfroh ist, seine aktuellen Verpflichtungen irgendwie auf die Reihe zu bekommen. Doch letztlich erschien er mir cool und knuffig genug. Auch viel mehr als ein Teddybär, als wie ein Lokomotivführer;) ... Jedenfalls würde ich jederzeit unter seiner Obhut wieder öffentlich Unruhe verbreiten. Denn Wien hat mich trotz aller Pleiten, Pech und Pannen nicht einmal um schamhaaresbreite anttäuscht. Wien scheint eine coole Stadt. Wien war mein erster „Auslandsauftritt“. Wien war mein zweites Mal unter echter Gage. Wien gab mir eine bunten Strauß, einen ganzen Arsch voll und ein wahres Feuerwerk an persönlichen Premieren. Und nicht zuletzt habe ich in Wien auch einen ganzen Haufen echt angenehme Irre kennengelernt, die mir durchweg das Gefühl gaben wirklich Willkommen zu sein. Was gerade meiner ganz besonders stark ausgeprägten Sensibilität sehr gefiel.

 

            Dagegen wurde aber Abends meiner kleinen unschuldigen Seele, noch vor meinem eigenen Auftritt, auf ganz besonders scheußliche Art und Weise übermäßig Gewalt angetan, und zwar von dem berüchtigten musizierenden Banditenchef „El Gitarro“ und seinen zwei Spießgesellen, den pferdeköpfigen Quetschkommoden-Terroristen des Grauens. Denn leider wurde mein ursprünglich einstündig geplantes Programm, dort auf eineinhalb Stunden erweitertes, aber letztlich eben durch jene öffentlich zur Schau gestellte Demütigung der verdammten Logistik, auf erbärmliche 26 Minuten/nochwas komprimiert, bis dann der Timer-Alarm losgehen würde und ich sofort im Tiefflug von der Bühne müsste, um als Super-Meise (halb Super/halb Meise) meine Plünnen zu verpacken und zum U-Bahnhof zu rennen, auf dass ich nicht den grünen Doppeldecker nach Berlin verpasse.

 

            So stieg ich empor, als endlich dran, versicherte dem Auditorium eine echt coole und die als längste geplante „freie“ Rede leider nicht zu erleben, aber dass ich aus gegebenem Zeitmangel mich darauf beschränken würde, ihnen soviel meiner Geschichten reinzudrücken, wie möglich, was auch begeisterten Anklang fand.

Haa. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe es doch tatsächlich geschafft in dieser Spanne - ohne das es unverständlich wurde und mit nur drei kleinen Versprechern – sage und schreibe eine 16,5 Minuten und drei 6,5 Minuten-Geschichten rauszupressen. Schnellste Lesung ever. Premiere. Genau wie erste Lesung ohne freie Rede davor. Doch mein ganz besonderer Premierenerfolg war die Tatsache, was mir glatt selbst unvermittelt erst inmitten von Geschichte N°2 auffiel, meine allererste Indoor-Lesung OHNE verficktes Nasenfahrrad. Fick Dich, Ausgeburt von Altersweitsichtigkeit und dein verdammtes Kind, die Lesebrille. Eitelkeit sei nun mein neuer Begleiter ... und wie ich das schaffen konnte, für nur unglaubliche 2,84€, könnt ihr dann demnächst im neuen Blog nachlesen.

Allerdings ist Eitelkeit als ständiger Begleiter doch vielleicht eher noch ein frommer Wunsch, im Gegensatz aber zu meinem tatsächlichen neuen Begleiter, meinem neuen Finanzminister und Sideshow-Kick. Sein Name ist „AA“ (der Andere Arsch). Zwar war er quasi nur als unfertiger Prototyp dabei, aber dennoch in Wien zum ersten Mal öffentlich an meiner Seite. Premiere. Seine Hauptaufgabe ist von nun an also immer gut auszusehen und außerdem in seinen Darmwindungen das kleine Vermögen von - 800€ - anzusammeln. Für die ersten 100 Stück-Auflage des AmeisenBuches. Endlich als PAPIERBUCH, das ich dann auch für punkrockfreundliche 9,99€ (600 Seiten/Din-A5) rausfeuern kann. Echt voll egal jetzt, lieber kleinklein, aber endlich Nägel mit Köpfen!!

Dazu soll jede Spende und jeder Verkaufserlös von Cd’s und Heftchen dort rein. Wien hat schon mal mit 53,00€ vorgelegt, saugeil, und das muss euch jetzt erst mal eine der zukünftigen Lesungen nachmachen. Somit zum ersten Mal in höherem Auftrag.

Premiere. Padau.

 

            Nachdem ich nach einer knappen halben Stunde fertig war wie ein Maschinengewehr auf die Leute einzuquatschen, machte ich einen kleinen Überschlag, um in unter 10 Minuten zuerst die Give-Aways zu verteilen. Ähnlich denen, die es im Sommer beim Picknick am Xberg schon gab. Woraufhin wir beschlossen, bei allen zukünftigen Lesungen am Ende immer unsere Überraschungstüten gratis mitzugeben. In Wien eben zum ersten Mal. Premiere. Nachdem alles Umsonstzeugs ruckzuck seinen Abnehmer fand, erledigte ich Abverkauf und Spendenakquise, wo mir noch auf die Schnelle ein jeder etwas in den Arsch schieben konnte, darauf kurzes Abschiedsgespräch mit Lukas, auch viele weitere Verabschiedungen, inklusive einer Begeisterungsbekundung in Form einer klassischen kleinen Scheißhausnase – ich hatte zwar meine Letzte erst im strengen Winter von 1923, aber an diesem Abend war das einfach nett und passte irgendwie. Ich glaube sogar mein Zinken war etwas betäubt, jedenfalls gab sich der Schädel an meinem Septumring den ganzen Abend noch total schmerzfrei.

Nachdem also mein Arschkamerad ebenso wieder verpackt und der restliche Scheiß auch eingetütet war, dröhnte schon die Stimme meines Engels, meines ehrenamtlichen Bewegungshelfers quer durch den Saal:

„Ameise, wir müssen langsam los, in 7 Minuten kommt deine Bahn!“

Willig unterwarf ich mich seiner Anweisung. Die von Michl kam. Ohne Michl, der die ganze Zeit im Hintergrund alles prüfte und überwachte, wann die scheiß Bahn käme, ob ich wirklich alles dabei hätte und wir vor allem pünktlich sind, hätte ich das sicher niemals zeitig geschafft und hätte schon gar nicht den Abend so „antspannt“ beenden können. Wofür ich ihm echt Dankbar ohne Ende bin. Darum, mein lieber Michl, ist es wohl auch kaum übertrieben zu sagen, dass DU mein einsamer Held des Tages warst. Aber es geht ja noch weiter. Auf dem Weg die U-Bahnstufen runter, fragte er mich, ob ich denn ein Ticket bräuchte. Achgott, da war ja noch was. Während ich mich anschickte meine Hosentaschen zu fingern, meinte er nur, lass mal, ich habe alles schon passend abgezählt, sprachs und kam flugs mit Ticket wieder, stempelte und reichte es mir. Auf dem Bahnsteig trieb er mich noch etwas an, weil ich unbedingt soweit Vorne wie möglich einsteigen sollte und brachte mich auch bis zur Zugtür. Mensch Michl, Du bist ja echt wie eine Mutter zu mir, nur viel besser!;) ... Hätte eigentlich nur noch das weiße Taschentuchgewinke gefehlt, um die Szene perfekt zu machen.

 

            23:15 Uhr sollte Abfahrt sein. 23:01 war ich dort. Ich stellte mich artig an die Bushaltestellen, die dort auf einem Stück in der Erdbergstraße dicht aneinandergereiht rumstehen, genau wie in Würzburg oder vielen anderen Städten und auch genau an der gleichen Stelle, wo ich vom Reisebus gute 10 Stunden zuvor ausgespuckt wurde.

23:15. Nix.

23:18. Aus der Ferne sehe ich Scheinwerfer auf mich zu donnern, an denen sogar auch erwartungsgemäß ein grüner Doppeldecker hing. Dass der aber so schnell war, wie er war, hatte den Fahrer scheinbar gar nicht gestört, da der seinen Reisebus so zügig an mir vorbei rasen ließ, sodass ich nicht einmal in der Lage war zu erkennen, ob mir da der Richtige Bus davon fuhr. Nach 50 Metern bog dieser dann ab, worauf ich mit Gepäck und Ziehwägelchen wie ein Blöder hinterher rannte, hoffnungsvoll dahinter mögen sich noch weitere Haltestellen verbergen, doch dort war absolut nichts.

            Zurück an den bekannten Haltestellen verweilte ich noch bis 23:25 Uhr, bis ich einsah, dass wohl nichts weiter passieren würde. So schwang ich mich wieder die Treppe zur Linie 03 hoch und verließ den verfickten Erdberg und seine Haltestellenhuren, fuhr begeistert zurück bis Neubaugasse oder so, quatschte zwei Teenymädels wegen der Zollergasse an, worauf die mich ohne Umschweife, eine rechts, eine links zur gewünschten Querstraße geleiteten. Im Februar wären sie auch in Berlin und würden mich dann gerne treffen. Na gut. Dem Nachwuchs eine Chance. So gab ich ihnen eine Visitenkarte und bedankte mich freundlich. Zum Abschied zog ich beide noch schnell zu mir heran und drückte ihnen hart meinen stark erigierten Penis gegen den Schoß, der glücklicherweise groß genug ist, um für beide zu reichen. Oder hatte ich mir das nur eingebildet? Ach, wie auch immer, fand ich zurück zum „Perid Shou“, wo gerade eine coole flotte Combo aus zwei Gitarren mit Gesang, ihr angenehmes Stelldichein gaben. Meine Rückkehr wurde dann auch mit allgemeiner Begeisterung aufgenommen und Michl zeigte sich noch einmal mehr als mein ganz persönlicher Held, als er frühmorgens mit weiblicher Unterstützung begann, sich um mein Schlafwohl zu sorgen und mir darum eine astreine Liegestatt auf dem Boden vom Laden zauberte, aus mehreren Lagen Pappkarton und einem großen wunderschönen rosafarbenen Flokati-Fellimitat-Etwas. Michel(l)/Michl, ganze Arbeit, sauber, aber ob es nun an Dir oder daran lag, dass das rosa Etwas derart schwul aussah und mir daher schön warm wurde, kann ich nicht sagen, jedenfalls konnte ich nur mit Schlüpper und Shirt einige Stunden gut schlafen. Was ich auch bis Mittags tat.

 

            So, jetzt aber los, nur noch schnell fertig gemacht. Noch unbedingt mein Handy beim Stress im Laden liegen lassen und ab zum Busbahnhof. Ich wollte einfach beim nächsten Bus nach Berlin versuchen direkt beim Fahrer ein Ticket zu kaufen. Jedoch vor Ort und bei helllichtem Tage, konnte ich in der Ferne, aus der am Abend zuvor der Bus ankam, ein Schild mit Busterminal erkennen, was eben des Nächtens alles in stockdusterer Finsternis lag. Kacke, doch gibt es dort echt um die Ecke, lächerliche 100 Meter weiter, ein richtig kleines überdachtes Terminal, sogar mit einem kleinen beschissenem Wartehäuschen.

 

            Mann-o-Mann. Fucking Hell und Scheidenkleister. Alter Schwede.

Wien war echt bis zur letzten Sekunde keinen Moment langweilig und obwohl es auch doofe Premieren gab, wie die, zum ersten Mal nicht vom Bahnhof abgeholt oder wieder hingebracht zu werden, überwogen ganz klar die Guten. Darum also auch noch eine Gute am Schluß. Zum ersten Mal in Prag gewesen oder überhaupt in der Tschechei. Dann auf dem Rückweg, beim Durchfahren von Tschechien mit kurzem Raucher-Pit-Stop in Prag, wo ich noch schnell mit einem Mitfahrer die letzte Mischung kiffte und dabei erfahren musste, dass wohl Kiffen in Tschechien total Legal ist, dass man dort sogar seinen Rauchstoff öffentlich an Kiosken und in Spätkäufen erwirbt. Stellenweise angeblich auch krasseres Zeug, was immer das bedeuten möge. What ever. Was für ein echt richtig geiler Scheiß. Respekt to TschechTschech ... !!

            Zudem gibt es einen neuen Service bei MeinFernbus Flixbus, einfach ins Gratis-W-Lan gehen, dann auf die Flix-Mediaseite und sich dort umsonst Mukke, Filme, Serien und so weiter reinziehen. Auch geil. Also, Alter, nächstes Mal unbedingt nicht wieder vergessen die scheiß Kopfhörer einzupacken. Klar.

            Ich freue mich jedenfalls tierisch darüber, dass ich mich von der ganzen Kacke und den blöden Umständen nicht habe gefangen nehmen lassen und somit in der Lage war, als es losging, den ganzen Abend mit voller Präsenz als der lustige Spaßmacher dabei zu sein. Vielleicht werde ich ja wirklich noch irgendwann einmal ein echter Profi sein. In diesem Sinne möchte ich das Kapitel nun ausklingen lassen. Aber, Lukas, Alter, mein Versprechen steht, für Fahrt und Kost und ohne Gage komme ich jederzeit gerne zurück, um dann das gesamte Programm höchst angemessen zu präsentieren... mit Begleitband, hehe, okay ... !!

 

Na dann, bis denne, Wien ick liebe Dir, ergebenst, die Ameise

 

 

PS – DRINGEND - Sollte jemand über relevante Fotos oder Videoclips von diesem Abend verfügen und derjenige gewillt ist, mir das Material zur Verfügung zu stellen, dann bitte unbedingt über facebook/Nachrichten oder sonstige Kanäle Kontakt aufnehmen – many, many thanx ... 

 

 

 

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